RFID Reichweite
Einer der Vorteile der RFID-Systeme wird in größeren Reichweiten vor allem im Vergleich zum Barcode gesehen. Die Reichweite eines RFID-Systems hängt aber von vielen verschiedenen Faktoren ab und ist in den meisten Fällen im Moment sogar niedriger als bei Barcode-Systemen, allerdings darf man natürlich die anderen Vorteile dieser Technik nicht vergessen.
Die meisten Unternehmen legen sehr viel Wert auf eine große Reichweite ihrer RFID-Systeme, weil sie sich davon
eine bessere Nutzung des Systems versprechen. Wenn Waren mit einem Transponder selbst in größerer Entfernung
vom Lesegerät noch erkannt und identifiziert werden können, bedeutet dies zum Beispiel, dass die Waren nicht
durch ein Laufband oder womöglich von Hand in die Nähe eines Lesegerätes gebracht werden müssen. Oder wenn eine
Chipkarte bereits im Geldbeutel des Besitzers erkannt wird, bedeutet dies natürlich ebenso eine Zeitersparnis
und ist eine bequeme Lösung.
Man sollte sich in jedem Fall aber darüber im Klaren sein, dass eine größere Reichweite fast immer mit einem
höheren Aufwand und auch höheren Kosten verbunden ist. Daneben sind große Reichweiten unter Umständen auch
aus Datenschutzgründen bedenklich.
Grundsätzlich kann auf jeden Fall gesagt werden, dass eine größere Reichweite auch mit einem größeren Aufwand
verbunden ist, denn je größer die Reichweite, desto mehr potentielle Störquellen, die auf das RFID-System einwirken.
Dies hängt zunächst einmal damit zusammen, dass RFID-Systeme mit Magnetfeldern arbeiten, die bei größeren
Entfernungen entsprechend verstärkt werden müssen, damit eine Kommunikation zwischen Transponder und Lesegerät
überhaupt möglich ist. Durch diese Verstärkung beeinflusst das Magnetfeld unter Umständen wiederum die
Kommunikation was zu einer potentiellen Störquelle werden kann. Dies ist zwar kein Problem, das man nicht
beheben könnte, es müssen aber kompliziertere Transponder und Lesegeräte eingesetzt werden, die unter Umständen
teurer sind.
Außerdem muss man wegen der Magnetfelder bei größeren Reichweiten darauf achten, dass sich zwischen Transponder
und Lesegerät keine Materialien befinden, die eine Kommunikation ebenfalls verfälschen könnten, wie zum Beispiel
Wasser oder Metall. Solche Umwelteinflüsse können nicht immer ausgeschlossen werden.
Ein weiterer Faktor, der Einfluss auf die Reichweite eines Transponders hat, ist das Magnetfeld selbst. Im
Moment gibt es beim RFID-System zwei grundsätzliche Möglichkeiten, nämlich ein induktives Nahfeld, das
magnetisch erzeugt wird oder ein elektromagnetisch erzeugtes Fernfeld. Je nachdem mit welchem Feld das
RFID-System arbeitet, desto höher beziehungsweise niedriger kann auch die Entfernung zwischen Transponder
und Lesegerät sein.
Daneben spielt natürlich auch das benutzte Frequenzband genau so eine Rolle wie die Sendestärke des Transponders.
Die Sendestärke hängt dabei meist davon ab, wie der Transponder mit Energie versorgt wird, was wiederum
Auswirkungen auf die Größe des Transponders hat. Wenn ein Transponder größer konzipiert wird, können auch
größere Energiequellen eingebaut werden, wodurch die Reichweite erhöht werden kann. Große Transponder sind
oft aber kostenaufwendiger und auffälliger als kleine Transponder und das wollen die meisten Unternehmen
ebenfalls vermeiden.
In den meisten Fällen ist es nötig Abstriche bei der Reichweite zu machen, da in der Praxis große Reichweiten
zu viele Probleme mit sich bringen. Theoretisch kann ein RFID-Transponder aber über Strecken bis zu über
einem Kilometer ausgelesen werden und wahrscheinlich werden diese Weiten mit fortschreitender Entwicklung der
RFID-Systeme noch getoppt. Allerdings müssen dann auch Möglichkeiten gefunden werden, die Probleme bei höheren
Reichweiten einzuschränken.
Energieversorgung