RFID Weitere Anwendungsbeispiele
Wie sich bereits in den Bereichen Logistik, Verkauf und Öffentlichkeit und Arbeitswelt gezeigt hat, sind die Einsatzmöglichkeiten für RFID-Systeme vielfältig und werden im Moment für viele Bereiche erst entdeckt. Unten stehende Beispiel sind daher in den meisten Fällen noch nicht realisiert, könnten aber mit den entsprechenden Investitionen schnell Wirklichkeit werden.
Im privaten Bereich gäbe es zum Beispiel immer da Einsatzmöglichkeiten für RFID-Systeme, wo es darum geht
alltägliche Gegenstände miteinander zu vernetzen und zu koordinieren. Zum Beispiel könnte der Kühlschrank
oder der Vorratsschrank selbstständig feststellen, welche Produkte fehlen und daher nachgekauft werden müssen.
Da auf dem Transponder durch den EPC (= Electornic Product Code) meist auch ein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben
ist, könnte man sich sogar vom Kühlschrank empfehlen lassen, welche Produkte man verbrauchen sollte, oder man
kann durch den Kühlschrank überprüfen lassen ob die Zutaten für ein Gericht alle vorhanden sind.
Daneben gibt es im Haushalt noch unzählige andere Möglichkeiten, die aber alle erst verwirklicht werden können,
wenn man enorme Anschaffungskosten in Kauf nimmt und dies ist für Privatnutzer meist nicht erstrebenswert.
Ein weiteres Einsatzgebiet für RFID-Systeme wird für die Banknotensicherheit erwägt. RFID-Transonder sollen
dazu auf Scheinen angebracht werden und so vor Fälschungen schützen. Hier stellt sich jedoch die Frage, wie
sicher ein solches RFID-System wirklich wäre, was wahrscheinlich erklärt, warum das System bisher noch nicht
ernsthaft in Erwägung gezogen wird.
In einem ganz anderen Bereich kommt die RFID-Technik aber bereits zum Einsatz, nämlich bei der Tieridentifikation.
Dies kann einerseits bei Haustieren der Fall sein: als Beispiel seien hier Hunde genannt. Nach den
Kampfhundattacken in den vergangenen Jahren wurde der Ruf nach einer Möglichkeit einer eindeutigen
Identifizierung immer lauter, so dass die Systeme hier teilweise schon eingesetzt werden. Daneben werden
RFID-Systeme aber auch bei Nutztieren eingesetzt, um diese zu kennzeichnen. Hier spielt die Lebensmittelsicherheit
eine große Rolle, denn durch RFID-Systeme kann die Herkunft von Fleisch eindeutig bestimmt werden.
Ein anderes Einsatzgebiet von RFID-Systemen sind Wegfahrsperren. Dabei befindet sich der Transponder auf
dem Autoschlüssel, während das Lesegerät im Zündschloss angebracht ist. Wenn der Schlüssel gesteckt wird,
können die Daten des Schlüssels gelesen und das Auto bei richtigen Daten gestartet werden. Wenn dieses System
auch sehr praktisch ist, zeigen sich hier durch das Funksystem jedoch einige Nachteile, denn manche Fahrzeuge
reagieren zum Beispiel empfindlich auf Funkwellen von anderen Geräten, wodurch die RFID-Wegfahrsperre negativ
beeinflusst werden kann. In diesem Bereich haben die Autobauer aber große Fortschritte gemacht, so dass solche
Störfälle sehr selten geworden sind.
Sehr umstritten war der in den Vereinigten Staaten 2004 genehmigte Einsatz von RFID-Systemen für die
Patientenidentifikation. Hierbei wird nämlich ein Transponder beziehungsweise ein Micorchip unter die
Haut eines Patienten eingepflanzt, der dann mit einem entsprechenden Lesegerät gelesen werden kann. In
einer Datenbank stehen dann alle relevanten Informationen über den Patienten zu Verfügung. Während dies
von vielen wie gesagt sehr kritisch gesehen wird, betonen die Befürworter, dass dadurch unter Umständen
Leben gerettet werden können. Gerade für Menschen, die von der Versorgung mit Medikamenten abhängig sind,
weil sie chronisch krank sind, oder die auf bestimmte Medikamente allergisch reagieren, sind diese Chips
interessant, denn wenn ihnen etwas zustößt und sie sich nicht mehr mitteilen können, kann der Arzt trotzdem
alle relevanten Informationen abrufen und die richtige Behandlung einleiten.
Gefahren für die Privatsphäre und Bürgerrechte